Repair Café

Marie's Blog

In diesem Blog schildert Marie ihre Erlebnisse während Ihres FÖJ von 2016-2017

Februar '17 - Eine Nacht in der Backstube & Halbzeit

 Auch wenn wir gegen Ende des Monats mit dem ersten Frühlingswetter beglückt wurden, war es auf unserem Acker meist zu matschig und zu nass, um erste Arbeiten nach der Winterpause zu beginnen. Dafür wurde im Februar viel mit unterschiedlichen Kindergruppen gekocht, ob in der Schule oder bei uns am Hof, kinderleicht können Kochbasics und einfache, leckere Rezepte erlernt werden. Unsere restliche Ernte von unserem Wintergemüse reichte dabei für einige Töpfe Suppe und Eintopf.

Bei mir stand Mitte des Monats ein spannendes und sicherlich einmaliges Ereignis an, ich hatte die Möglichkeit eine Nacht lang mit den Bäckern in unserer Backstube am Hof zu backen. Es war eine spaßige Angelegenheit und ich war erstaunt zu sehen, wie viel unterschiedliches in einer Nacht gefertigt und gebacken werden kann. Die ersten Kniffe und Tricks lernt man recht schnell und nichts schmeckt besser als selbstgebackenes Brot – eine schlaflose Nacht war dieses Erlebnis auf jeden Fall wert.

Für mich ist es Zeit meine Halbzeitbilanz zu ziehen; ich bin nach wie vor glücklich mit der Entscheidung für ein FöJ und ganz besonders glücklich über meine Einsatzstelle. Jeden Tag lerne ich Praktisches und Kreatives dazu und ich bin sehr dankbar für die Möglichkeiten Verantwortung zu übernehmen und eigene Projekte zu gestalten.

 

Januar '17 - Seminar und Projektarbeit

Ins neue Jahr sind wir mit frostigen Temperaturen gestartet, da passte es sich gut, dass ich oft Kochlöffel und Grabegabel gegen meinen Schreibtischstuhl getauscht habe. Ich konnte die ruhige Zeit im Januar nutzen, um an meinem Projekt zu arbeiten und kleinere Projekte für den Verein zu erledigen. Ich plane ab März Kochabende zur nachhaltigen Ernährungen zu veransalten; dafür musste das Konzept und der Rahmen festgelegt werden und Fragen zu Personal und Finanzierung geklärt werden. Die Verwirklichung eines eigenen Projektes ist fester Bestandteil jedes FöJs und es macht mich sehr froh, dass nun auch mein Projekte Formen annimmt.

Mitte des Monats ging es für mich ins Energie- und Umweltzentrum nach Eldagsen zu meinem dritten FöJ-Seminar. Eine Woche lang haben wir uns mit den Themen Klima und Energie beschäftigt und dabei nicht nur unser Fachwissen erweitert, sondern auch Möglichkeiten für uns und unseren Alltag gefunden, dem Klimawandel und den Entwicklungen unserer Umwelt entgegen zu wirken. Hightlights des Seminars waren zum einen eine Klimaexpedition, bei der wir anhand von Live-Satellitenbilder die Auswirkungen des Klimawandels auf unseren Planeten beobachten konnte und eine Wanderung durch den nahegelegenen Kleinen Deister mit dem örtlichen Förster. Im Fokus standen dabei die Bedeutung von Wäldern für Klima und Energie und die Möglichkeiten ökologischer Forstwirtschaft

Vorweihnachtszeit bei den Heuhüpfern

Kekse backen und weihnachtliches Basteln mit Naturmaterialien standen im Dezember auf dem Plan.

Bei uns ging es tatsächlich wie in der Weihnachtsbäckerei zu. An vielen Tagen im Advent waren Kinder in unserer Küche Gast, um ihre eigenen, leckeren Vollkornplätzchen zu backen: kneten, ausstechen und verzieren, anschließend noch Vanillekipferl formen - manch einer konnte es kaum erwarten dann endlich von den Keksen zu naschen.

Darüberhinaus hat der Heuhüpfer e.V. diesen Monat zwei Naturwerkstätten ausgerichtet. Einmal haben wir uns getroffen, um aus dem Wachs unserer Bienen selber Kerzen zu gießen und Windlichter herzustellen. Gegen trockene Haut im Winter wurde eine Bienensalbe angerührt.

Eine Woche später haben wir uns daran gemacht, Strohsterne zu basteln. Was auf den ersten Blick so kompliziert scheint, hat jedes Kind hinterher doch mit ein wenig Fingerspitzengefühl und Konzentration vollbracht. Ob bunt oder natura, ob einfach oder fortgeschritten, jedes Kind ist letzendlich nicht nur mit einem Strohstern nach Hause gegangen.

November '16 - Internationaler Besuch & erster Schnee

Bereits Anfang November haben uns gemeinsam mit der Werkstattschule Hannover besondere Gäste aus Dänemark und Spanien erreicht. Die zwei Jugendgruppen aus beiden Ländern absolvierten gemeinsam mit Schülern der Werkstattschule bei uns eine Stationsarbeit zum Theme nachhaltige Ernährung und Ökolandbau. Anschließend besuchten wir alle zusammen die Gemüsekiste, wo wir bei einer Führung durch die Räumlichkeiten den Weg von der Bestellung einer Kiste bis zu ihrer Auslieferung erleben konnten. Im Fokus standen an diesem Tag der Austausch über Landwirtschaft und Esskultur in der jeweiligen Heimat, sowie das gegenseitige Kennenlernen. Interessant war zu erfahren, dass es in den Wohnorten sowohl der dänischen, als auch der spanischen Schüler ähnliche Projekte, wie unsere Gemüsekiste gibt.

Mit den fallenden Temperaturen zogen wir und unsere Ackergruppen uns mehr und mehr ins Warme ans Ofenfeuer zurück. Nach einem Rundgang auf dem Hof mit Blick auf Winterarbeiten der Landwirte und Veränderungen auf dem Acker, widmeten wir uns drinnen beispielsweise der Saatgutarbeit. Gekocht wurden meist kräftige Suppen und Eintöpfe aus der übrigen Ernte.

Für mich ist es kaum zu glauben, dass nun bereits 3 Monate meines FöJs hinter mir liegen - ich hoffe die übrige Zeit vergeht nicht so schnell!!

   
 

Oktober '16

Die Zeit nach den Herbstferien stand ganz im Zeichen der Wintervorbereitungen. Egal, ob 14 oder 4 Grad auch im Oktober waren wieder einige Gruppen auf dem Kinderacker um letzte Kulturen ab zu ernten, die Beete winterfest zu machen und Saatgut zu gewinnen.

Selbst aus noch unreifen Gemüse, wie grünen Tomaten konnten wir leckere Kleinigkeiten, zum Beispiel ein Tomatenchutney herstellen. Bei gemütlich flackerndem Ofenfeuer haben wir uns außerdem dem Saatgut gewidmet: reinigen, sortieren, bestimmen und anschließend in bunte, selbstgebastelte Tüten abfüllen. So hat jeder die Möglichkeit im Frühjahr bunte Bohnen und duftende Blumen aus zu sähen.

Für mich ging es im Oktober auf das zweite FöJ-Seminar, welches unter dem Rahmenthema Projektarbeit stand. Die Wiedersehensfreude war groß. Wir verbrachten vier gemeinsame Tage in Hannover und inspirierten und unterstützten uns gegenseitig. In der ganzen Region Hannover blühen nun Projekte und Ideen von uns FöJlern auf.

Ich habe mich auf dem Kampfelder Hof schon voll und ganz eingelebt und fühle mich in der Hofgemeinschaft wohl und willkommen. Es macht Spaß mit allen Bereichen zusammen zu arbeiten und freue mich auf die gemeinsamen Erfahrungen in den nächsten Monaten.